Street Photography mit Agfa Box
Street Photography mit Agfa Box
Keines der Bilder weist ausgebrannte Lichter auf, im Gegenteil es gibt noch reichlich Details in den Lichtern zu entdecken, zum Beispiel kann man die sonnenbestrahlten Fußbodenplatten im Hinterhof noch eindeutig auf dem Negativ voneinander unterscheiden.
Wenn ich nun bei schönem Wetter in die Stadt fahren will, erwische ich mich jetzt des öfteren, wie meine Augen automatisch zu meiner Agfa Box wandern und die Box meinen Blicken mit den Worten zu erwidern scheint: „Nimm mich mit!“
Bildergalerie für das Mittelformat
Sonntag, 1. Juni 2008
Seitdem ich für mich den Entwickler Diafine entdeckt und auch die Zusammenhänge mit den modernen Emulsionen kapiert habe, kann ich mich zum einen entspannter dem Lichtzeichnen widmen und vor allem aber „totgeglaubte“ Kameras zu neuem, und bis heute nicht da gewesenen, Leben erwecken. Die Rede hier ist von der guten alten Agfa Box, die stellvertretend für all die Kameras stehen soll, deren Mechanismen entweder den heutigen Anforderungen bezüglich Belichtungszeiten- oder Blendenauswahl nicht mehr genügen, oder nur ein Loch anstatt einer Linse haben.
In „alten“ Zeiten wurden Filme benutzt, die heute einer Empfindlichkeit zwischen 3 und 80 ISO entsprechen (Glasplattenkameras mit eingeschlossen). Bei diesen niedrig empfindlichen Emulsionen waren Bewegungsunschärfe Gang und Gäbe, mit empfindlicheren Emulsionen konnte zwar dies eingeschränkt werden, jedoch erkaufte man sich das durch ausgebrannte Lichter. Dies ist der Grund warum auf richtig alten Fotos es nie Wolken zu sehen gibt, sondern nur blankes Weiß!
Da der Delta 100 bei der Entwicklung in Diafine eher in Richtung niedrige Empfindlichkeit tendiert (so zwischen 50 und 80 ISO) und der Entwickler außerdem kompensierend wirkt, werden die Lichter bei hohem Kontrastumfang „beschützt“! Zum ersten mal konnte ich Wolken mit meiner Box aufnehmen, ohne auch nur einen Gedanken an Belichtungszeit (1/30 sec) oder Blende (Festblende 11) und Kontrastumfang zu verschwenden! Mit der Kamera nimmt einen niemand ernst und man fühlt sich im 7. Himmel, wenn es um „Straßenphotographie“ geht. Nur die Objekte für den entscheidenden Augenblick müssen etwas langsamer als gewöhnlich sein. Die Schärfekapazität der einfachen Linse in der Boxkamera ist sehr einfach an den Bildern zu sehen, ich gehe von 2 bis 15m aus, den Tonumfang und die Feinheiten sind leider nur auf dem Negativ erst richtig zu bestaunen.
Für die Motive habe ich die Marken - eine Fußgängerzone - und das alte Leprahospital, welches heute ein Museum ist, gewählt.
Oben: Leprahospital - Eingang von Marken aus
Links: Leprahospital - Blick in einen Hinterhof
Unten: Leprahospital - Eingang mit „Action“
Ganz unten: Leprahospital - Innenhof mit Blick zur Hospitalkirche
Aufgenommen am 24.05.2008 mit Agfa Box auf Ilford Delta 100 Prof. entwickelt in Diafine 5 + 5.
Links & Unten: Café Aura - Marken
Keiner der Passanten oder der Gäste im Café haben mich bemerkt als ich sie photographierte.
Selbst auf einen Abstand von 3m wird von den Passanten nicht bemerkt, daß sie die Motive darstellen!
Aufgenommen am 24.05.2008 mit Agfa Box auf Ilford Delta 100 Prof. entwickelt in Diafine 5 + 5.